Bewegungserkennung oder Motion Detection

Die Bewegungserkennung einer Netzwerk-Kamera arbeitet nach folgendem einfachen Prinzip: Die einzelnen Bilder des Live-Streams werden miteinander verglichen und ab einer bestimmten Abweichung zum vorherigen Bild wird ein Signal ausgelöst. Dies geschieht softwareseitig im System der Kamera selbst.

Die Empfindlichkeit der Bewegungserkennung ist i.d.R. einstellbar. Einfache Kamera-Modelle haben eine simple 3-Stufen-Auswahl (low, middle, high), bei Kameras der gehobenen Preisklasse lassen sich im eigentlichen Kamerabild eigene Fenster definieren, in denen eine Bewegung stattfinden muss. Für jedes Fenster kann dann eine individuelle Sensibilität eingestellt werden.

Bewegung erkannt, was nun?

Hat die Netzwerk-Kamera nun erkannt, dass eine Bewegung stattgefunden hat, stehen je nach Modell diverse Aktionen zur Verfügung:

Benachrichtigung per eMail

An eine vorher definierte eMail-Adresse wird eine Mail geschickt, meistens mit dem Bild in dem die Bewegung stattgefunden hat. Es können auch mehrere Bilder sein oder sogar ein kleiner Videostream. Dies ist von den Einstellmöglichkeiten der Kamera abhängig. Somit ist man relativ zeitnah über die Geschehnisse informiert.

Upload auf einen FTP-Server

Über einen vorher definierten FTP-Zugang werden Bilder oder ein Videostream auf einen Server geladen. Dies kann ein öffentlicher Webserver oder ein privater Server im eigenen Netzwerk sein. Man kann somit über einen längeren Zeitraum die Geschehnisse protokollieren und archivieren.

Upload direkt auf ein NAS

Vom Prinzip das Gleiche wie der Upload auf den FTP-Server, hier wird lediglich ein anderes Protokoll benutzt.

Speicherung auf interner SD-Karte

Verfügt die Kamera über eine integrierte Speicherkarte, werden darauf die Bilder oder Videos gespeichert

Trigger Signal auf einen externen Ausgang

Gehobene Kamera-Modelle verfügen oft über externe Triggeranschlüsse. Auf den Ausgangsanschluss wird hier eine kleine Spannung gelegt (5, 9, 12 oder 24 Volt), der Anschluss wird sozusagen aktiv geschaltet. Dieses Signal kann nun zur Ansteuerung anderer Geräte benutzt werden, z.B. Lampen werden angeschaltet oder eine Sirene.

Die Aktionen lassen sich ggf. natürlich miteinander kombinieren, abhängig von den Einstellmöglichkeiten der Netzwerk-Kamera.

 

Probleme mit der Bewegungserkennung

Da bei dieser Art der Bewegungserkennung ausschließlich der Bildinhalt zu Grunde gelegt wird, ist diese Art etwas störanfällig.

Beispiele dafür sind:

  • Vögel oder Insekten, die vor der Kamera herumfliegen
  • Spinnen, die ihre Netze direkt vor der Kamera bauen
  • Starker Regen oder Schnee
  • bei Nachtsicht-Kameras die automatische Umschaltung auf Nachtsicht oder wieder auf Tagsicht
  • Bildrauschen bei Nachtsicht

Die Einstellung der Sensibilität der Bewegungserkennung ist in den meisten Fällen mit etwas Geduld und Ausprobieren verbunden. Man will natürlich kein wichtiges Ereignis verpassen, was zwangsläufig dazu führt, das auch mal unwichtige Ereignisse erfasst werden. Hier gilt es den geeigneten Kompromiss zu finden.

 

Meine Kamera unterstützt keine Bewegungserkennung, was kann ich tun?

Netzwerk-Kameras, die keine integrierte Bewegungserkennung haben, können natürlich durch neue Netzwerk-Kameras mit Bewegungserkennung ersetzt werden, meistens ein etwas teures Unterfangen.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Bewegungserkennung durch eine Software auf dem heimischen PC oder dem NAS zu realisieren. Hier wird eine permanente Verbindung zur Kamera aufgebaut und der Livestream abgerufen. Ab jetzt gilt obiges Prinzip, jedes Bild des Livestreams wird mit dem vorherigen verglichen und bei Abweichung wird eine Aktion ausgeführt. Je nach Anzahl der Kameras oder Auflösung des Streams wird hierbei allerdings eine mitunter beträchtliche Netzwerklast erzeugt. Ebenso muss bei permanenter Überwachung natürlich der heimische PC auch permanent laufen.

Die Software für den PC gibt es als Freeware oder auch als Kaufversion. Namhaftes Beispiel einer Kaufversion ist z.B. "Go1984". Synology und QNAP bietet für ihre NAS ein Tool an, was sich "Surveillance Station" nennt. Dieses Tool läßt sich problemlos auf dem NAS aktivieren und bietet kostenfreie Unterstützung für eine Kamera an. Weitere Kameras können per Kauflizenz freigeschaltet werden.