Objektive von Netzwerk-Kameras

Mit das wichtigste Bauteil einer Netzwerk-Kamera ist das Objektiv. Folgende Aufgaben soll das Objektiv bewerkstelligen:

  • die Definition des Sichtfeldes
  • die Steuerung der Lichtmenge
  • das Scharfstellen der zu erfassenden Szene

Als wichtigste Regel gilt: Je besser die Wahl des richtigen Objektives desto qualitativ hochwertiger die Bilder!

Nachfolgend einige Objektive und ihre Eigenschaften

Objektive ohne Blendensteuerung (feste Iris)

Eine Regulierung der Lichtintensität ist mit einer fixierten Blende und einer festen Brennweite sowohl manuell als auch automatisch nicht möglich. Um die Belichtungszeit zu regulieren, bedient man sich eines Bildsensors. Diese wiederum ermöglicht das Aufnehmen von bewegten Objekten, die scheinbar stillstehen. Man nennt dies den Shutter-Effekt. Der sogenannten Shutter-Effekt tritt auf, wenn die Frequenz von Videobildern der Frequenz eines bewegten Bildobjektes ähnelt. So ist es möglich, gestochen scharfe Bilder aus sich schnell bewegenden Objekten oder Personen zu erzeugen. Allerdings kann es auch zu dem sogenannten Smear kommen. Als Smear oder Smear-Effekt bezeichnet man weiße Streifen oder Flecken (auch Artefakte genannt) im Bild, die bei einem übermäßigen Lichteinfall auftreten. Diese sind ähnlich dem, was unter Auge wahr nimmt, wenn die Sonne auf eine reflektierende Oberfläche trifft und uns blendet. Qualitativ hochwertige Kameras können dem entgegenwirken.

Objektive mit Blendensteuerung (Auto-Iris)

Durch die automatische Blendensteuerung, gemeinhin auch Auto-Iris bezeichnet, wird der Lichteinfall durch das Objektiv auf den Bildsensor reguliert.
Bei Außenkameras kann dies besonders wichtig sein, um den Bildsensor vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und somit ein punktuelles Verbrennen zu verhindern.

Nachtsicht Objektive (Infrarot)

Diese Objektive sind besonders dazu geeignet, Infrarotstrahlen (Licht, was das menschliche Auge nicht erfassen kann) durchzulassen. Somit können auch bei völliger Dunkelheit Bilder entstehen, welche dann allerdings schwarz/weiß sind.
Netzwerk-Kameras für den Außenbereich sind häufig mit Objektiven ausgestattet, die Infrarotlicht durchlassen. Häufig kommt hier auch ein Infrarotfilter (IR-Cut) zum Einsatz, um bei Tag den Infrarotanteil des Lichts herauszufiltern. Somit wird eine Farbverfälschung bei Tagsicht vermieden. Ohne diesen Filter werden diverse Farben verfälscht dargestellt: Grün wird zu Lila/Grau, Schwarz zu Grau

Zoom Objektive

Gegenüber einer festen Brennweite lässt sich beim Zoom-Objektiv die Brennweite einstellen. Dies kann per Hand am Objektiv selbst oder per Motorsteuerung über die Konfiguration erfolgen.

Vario Objektive

Vario Objektive bieten neben der Brennweiteneinstellung auch Einstellmöglichkeiten für die Blende und die Schärfentiefe. Sie werden gerne als Alleskönner unter den Objektiven bezeichnet

Asphärische Objektive

Hier werden gegenüber sphärischen Linsen (Linse wird aus einer reinen Kugelform geschnitten) asphärische Linsen benutzt. Die Kugelform wird zum Rand hin abgeändert, so dass die Bündelung des einfallendes Lichts deutlich verbessert werden kann. Dies führt zu einer Verbesserung der Bildqualität und Verminderung von Unschärfe.